China erlaubt Handel mit Nashorn- und Tigerprodukten

Gepostet am 02 November, 2018

Marius Knickberg

Redaktion

Ein Schock für alle Tierschützer! Nach Jahrzehntelangem Verbot in China, ist der Handel mit Körperteilen bedrohter Tierarten wieder gestattet. Ob Tigerknochen oder Hörner von Nashörnern - diese Dinge wird es bald wieder zu kaufen geben. China hat nämlich ein Gesetz gelockert. Die Bestürzung der Tierschützer nach dieser Entscheidung ist verständlich.

Welch große Schlappe für den Artenschutz! Tiger und Nashörner gehören zur Gruppe von Tieren, die vom Aussterben bedroht sind. In China standen sie bislang unter Schutz - das soll sich nun ändern. Ein Handel von Körperteilen der Tiere soll bald möglich sein. Zumindest, wenn es sich um Ausnahmefälle handelt. Das schließt Forschungen oder kulturelle Gründe ein. Auch zu Heilzwecken, soll der Handel erlaubt sein. Das erklärte der Staatsrat in Peking.

Bild: iStock

Krankenhäuser dürfen in Zukunft Nashorn-Puder und Tigerknochen benutzen. Diese Krankenhäuser müssen jedoch offiziell von den Behörden zertifiziert sein. "Vorrübergehender, kultureller Austausch" - das muss für die Verwendung von Tigerknochen und Nashorn-Pulver von den Behörden, die für Tourismus und kulturelles Vermächtnis verantwortlich sind, zugelassen werden. Zwar versichere China, dass jeder Handel ganz genau kontrolliert werden wird, dennoch wird der legalisierte Handel so manche Probleme mit sich bringen.

Die Lockerung der Regelung für den Handel, wird für so manch illegales Geschäft als perfekte Tarnung dienen. Das befürchten vor allem Tierschützer. World Wildlife Fund (WWF) Vorstand Eberhard Brandes meinte, dass es 25 Jahre lang verboten war, mit Tigerknochen und Nashornhorn zu handeln. Die Aufhebung des Verbotes sei alarmierend.

Seit 1993 ist es in China verboten mit Körperteilen von Tigern oder Nashörnern zu handeln. Dennoch sei es nicht möglich gewesen, den aufblühenden Schwarzmarkt zu stoppen, der meist über Vietnam lief.

Fieber, Lebensmittelvergiftungen oder Impotenz wurde Jahrhundertelang mit Nashorn- und Tigerteilen behandelt. Die Methoden gehörten zur traditionellen chinesischen Medizin. Obwohl davon schon seit Jahren abgeraten wird, war Untergrundhandel weit verbreitet.

Mit dem Verbot von Elfenbein-Handel, hatte China letztes Jahr viel Lob eingeheimst. Nun ist die Kritik nach dieser Entscheidung umso großer. Vor allem Nashörner stehen unter großer Bedrohung, da der Handel mit den Hörnern der Tiere riesig sei.

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